Die statistischen Fehler der Meinungsumfragen

So wie einst Alchemisten wertlose Metalle in Gold zu verzaubern suchten, trachten heute Meinungsforscher danach, mit allerlei geheimen Zutaten ihres Experimentierkastens Stimmungen in Stimmen zu verwandeln.Nach je einem eigenen Rezept reichern die Institute den Rohstoff ihrer Umfragen an – mal zischt’s dabei, und manchmal knallt’s auch. Unser Kurs „Mathe mit dem Checkpoint“ hilft jedenfalls nicht weiter, um einen Aspekt der der aktuellen Civey-Umfrage zu klären (CP von gestern): Linke und AfD liegen demnach gleichauf bei 16% – allerdings hat die AfD laut Civey im Westen einen Prozentpunkt mehr als die Linke (14/13), im Osten sogar zwei (21/19). Zweimal Vorsprung, trotzdem Gleichstand – wie kann das sein? Die Erklärung von Civey: Damit auch Teilergebnisse repräsentativ sind, werden die Ergebnisse „gewichtet“, und das kann zu „statistischen Fehlern“ führen. Aber was soll‘s – in Berlin können ja bekanntlich sogar gewichtige Wahlen zu statistischen Fehlern führen.