Ex-Regierender Müller staunt, „wie schnell man jetzt nach schweren Waffen ruft“
Vom Bürgermeister zum außenpolitischen Fachexperten? Michael Müller warnt vor zu großen Waffenlieferungen an die Ukraine – und erweist der SPD damit einen Bärendienst. Von Stefan Jacobs
Berlins Ex-Regiermeister Michael Müller (SPD), jetzt Bundestagsabgeordneter für außenpolitische Angelegenheiten, hat als Studiogast bei n-tv vor zu großzügigen Waffenlieferungen an die Ukraine gewarnt: „Ich staune bei einigen, die sich auch die Situation vor Ort angeguckt haben, wie schnell man jetzt nach schweren Waffen ruft.“ Die das fordern, sollten auch sagen, dass sie „billigend in Kauf nehmen, dass dieser Konflikt weiter eskaliert“. Man müsse „immer auch reden“, auch, wenn das bei Putin gerade schlecht möglich sei. Wann ein besserer Zeitpunkt für „schnelle Rufe“ nach schweren Waffen für die Ukraine wäre als am 55. Tag seit Beginn des russischen Angriffs und am Tag nach Putins Ehrung für die Mörderbande von Butscha, sagte Müller nicht. Dem Kreml dürfte es recht sein, wenn die SPD noch Bedenkzeit braucht.