Hauptberuflich bei Verkehrsbehörde: Berliner CDU-Verordnete äußert Verständnis für Poller-Diebstahl

Unbekannte haben in Friedrichshain Poller gestohlen, die den Durchgangsverkehr aus Wohnstraßen fernhalten sollte. Ulrike von Rekowsky (CDU) sieht darin einen „Bürgerprotest“. Von Stefan Jacobs.

Hauptberuflich bei Verkehrsbehörde: Berliner CDU-Verordnete äußert Verständnis für Poller-Diebstahl
Foto: dpa / Stefan Sauer

In Friedrichshain haben Unbekannte mehrere Poller geklaut, die Durchgangsverkehr aus Wohnstraßen fernhalten sollen. Laut Strafgesetzbuch dürfte das Diebstahl sein oder Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Sachbeschädigung eher nicht, weil die Poller mit einem speziellen Schlüssel gelöst wurden, den man nicht einfach kaufen kann. Die CDU-Fraktionschefin in der BVV, Ulrike von Rekowsky, deklarierte die Aktion als folgerichtigen „Bürgerprotest“, denn „wer die Bürger ignoriert, erntet Widerstand. Der Poller-Diebstahl war absehbar.“

Das kann man so sehen als Bezirksverordnete. Aber was macht Frau von Rekowsky eigentlich beruflich? Sie leitet das Straßen- und Grünflächenamt Charlottenburg-Wilmersdorf. Grünen-Innenpolitiker Vasili Franco fordert angesichts dieser Kombination, die CDU solle ihren Kampf gegen die Poller politisch führen, „aber nicht durch die Billigung von Straftaten. Man kann nicht Rechtsbrüche im öffentlichen Raum gutheißen, wenn man gleichzeitig ein Straßen- und Grünflächenamt leitet“.

Wir gedenken der professionell aus ihren Verankerungen gehobenen Poller in unserer Checkpoint-Sommerplaylist mit „Lift me up“ von Moby.