Krankes Kind, aber (fast) kein Besuch erlaubt

Schon ab heute gilt eine andere – drastische – Regel in Berlin: Der neuen Besuchsregelung des Senats für Krankenhäuser zufolge, dürfen Kinder nur noch an einer Stunde pro Tag von einer Person Besuch bekommen – wie alle anderen Patienten auch. Ausnahmen werden nur für Schwerstkranke und Säuglinge gemacht. Die 5000 Jungs und Mädels aus dem Union-Stadion – verschwitzt, verbrüdert, verschwestert – dürfen nach dem Spiel also nicht im DRK-Klinikum Köpenick auf der Kinderstation einreiten. Vielleicht besser so. Genauso verboten sind aber längere Elternbesuche. Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster findet das alarmierend: „Jeder Krankenhaus-Aufenthalt ist für Kinder eine schwere Krise, da müssen sie sicher sein können: Meine Eltern sind bei mir.“ Ein 23-Stunden-Tag ohne jede Bezugsperson? Für Renz-Polster: Unmöglich. Charité und Vivantes erklärten auf Anfrage meiner Kollegin Constanze Nauhaus, sie würden deshalb trotz der Senatsregel auch weiterhin Ausnahmen für Kinder machen. Und was sagt die zuständige Gesundheitsverwaltung (auf mehrfache Anfrage)? „Die Regelung gilt für alle Patientinnen und Patienten. Ausnahmen sind in der Pressemitteilung aufgeführt.“ Warme Worte.