Vertragsfragen verzögern Start: Visit Berlin wartet weiter auf neuen Chef
Jürgen Amann soll Visit Berlin leiten, ist aber vertraglich noch bis 2027 an Köln-Tourismus gebunden. Eine vorzeitige Auflösung gilt als möglich, ist aber noch nicht verhandelt. Von Lorenz Maroldt.
Neuer Chef von Visit Berlin wird dagegen bekanntlich ein Bayer – fragt sich nur wann. Bisher hieß es, dass Jürgen Amann seinen Job am 1. Juni antreten soll. Doch nach Checkpoint-Informationen läuft sein Vertrag als Geschäftsführer von Köln-Tourismus noch bis Januar 2027 – und am Rhein sind sie auf Amann gar nicht mehr gut zu sprechen.
Der Aufsichtsrat, mit dem der Tourismusmanager seinen Aufhebungsvertrag erst noch verhandeln muss (einen ersten Termin soll es immerhin im Februar geben), erfuhr vom vorfristigen Wechsel ihres Angestellten durch eine Pressemitteilung von Visit Berlin – ebenso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man sei „not amused“ über den Vorgang gewesen, heißt es. Dem Aufsichtsrat in Berlin wiederum hatte Amann versichert, eine Vertragsauflösung zum 1. Juni sei kein Problem.
Dass er doch noch pünktlich kommt, ist allerdings tatsächlich möglich – denn es ist nicht der erste Ärger über Amann in Köln. Beim Versuch, die städtische Tourismusgesellschaft umzumodeln, hatte er einige wichtige Leute im Streit verloren; auch in der Rathausspitze soll es bereits zur Amtszeit von Bürgermeisterin Henriette Reker wiederholt Unstimmigkeiten über den Auftritt Amanns gegeben haben – so kamen seine Sinus-Milieu-Analysen überhaupt nicht gut an. Klingt so, als sei man in Köln eigentlich ganz froh, den Vertrag vorzeitig auflösen zu können (zumal man dort jetzt bei den Verhandlungen die besseren Karten in der Hand hält).
In Berlin dagegen ist bis jetzt über Jürgen Amann nur Gutes zu hören: Anders als sein Ruf aus Köln womöglich habe vermuten lassen, wirke er bisher wie ein überzeugter Teamplayer. Aus gegebenem Anlass (Beginn der Straßenkarnevalswoche) schauen wir dazu noch kurz ins Kölsche Grundgesetz, Artikel 3: „Et hätt noch emmer joot jejange.“ Also: Wird schon werden.