Air Berlin-Insolvenz hat wirtschaftliche Konsequenzen für die Stadt
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Die Air-Berlin-Insolvenz hinterlässt weit tiefere Spuren in der Stadt als bisher bekannt. So sank die Zahl der Übernachtungen von Besuchern im November drastisch – und Besserung ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht: Bei einem Krisentreffen beklagten sich Berliner Hotelchefs über einen massiven Buchungseinbruch - aus Mangel an preiswerten Direktflügen suchen sich viele Touristen andere Ziele für einen Trip aus.
Dass die Lufthansa dabei nicht die Lösung, sondern das Problem ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen (sogar bis zum Regierenden Bürgermeister). Schon zuvor war das Unternehmen darauf bedacht, vor allem die Kunden der ausländischen Konkurrenz auf dem Weg nach Berlin zum Umsteigen zu zwingen – zugunsten der Standorte Frankfurt und München. Eine Politik, die vor allem der Dynastie von CSU-Verkehrsministern gefiel, die als Vertreter des Anteilseigners Bund der Berliner Flughafengesellschaft das Leben erschwerten. Und der nächste von der Sorte steht schon am Check-in-Schalter der Bundesregierung: Bisher-Generalsekretär Andreas Scheuer. Vielleicht wären Neuwahlen ja doch gar nicht so schlecht.
Aber das eigentliche Drama ist ja hausgemacht – wäre der BER wie geplant 2012 ans Netz gegangen, könnte Berlins Wirtschaft längst von einem anderen Stern winken. Und nach sieben geplatzten Eröffnungen setzen viele Fluggesellschaften eben auch nach der Bekanntgabe des nächsten Termins 2020 vorsichthalber erstmal nicht auf große Pläne für neue interkontinentale Direktverbindungen in die Stadt.
Apropos BER: Wie unabhängig ist hier eigentlich der TÜV? Auf sein Urteil kommt es an, wenn es irgendwann um die Freigabe geht. Zugleich ist der Verein aber auch Auftragnehmer von Siemens auf der Baustelle – und ebenso von der Flughafengesellschaft. Aber vielleicht muss der Laden ja auch irgendwie bei Laune gehalten werden.