Gewerbemieten um 90 Prozent gestiegen
Während im Senat die Zukunft geplant wird, ist die Gegenwart zunehmend schwierig für Gewerbetreibende. Daten, die Forscher exklusiv mit dem Tagesspiegel Innolab ausgewertet haben, zeigen erstmals, wie dramatisch die Mieten für Einzelhandel und Gastronomie steigen – und welche Auswirkungen das auf deutsche Städte hat.
In Berlin haben sich die Mieten für Läden und Gastro seit 2010 fast verdoppelt (+ 90 Prozent), was man im Stadtbild deutlich sieht. Kiezläden sterben, Ketten übernehmen (Die Datenanalyse für Berlin gibt es hier, für ganz Deutschland hier).
Im Schöneberger Akazienkiez zeigt sich dieser Trend seit einigen Jahren immer deutlicher. „Die Sorge im Kiez ist schon groß, dass die alteingesessenen Läden wegziehen“, sagt Aina Verspohl, Geschäftsführerin des Papierhaus an der Ecke Belziger Straße (Reportage hier). Institutionen wie das Café Bilderbuch schließen, dafür gibt es auch hier jetzt die Sandwich-Kette „Saveur de Bánh Mì“, „Lap Coffee“ und „Zeit für Brot“. „Ich habe vor Kurzem auch eine dieser Zimtschnecken dort probiert“, sagt eine Ladenbesitzerin. „Die waren schon wahnsinnig gut. Aber so eine Schnecke kostet 4,80 Euro. Bei Mindestlohn arbeitet man fast eine halbe Stunde für so ein Ding.“
Und Sie können mit uns diskutieren: Haben Sie das Gefühl, ihr Kiez verödet? Beim digitalen Expertentalk „High Noon“ heute (Dienstag) um 12 Uhr geben meine Kollegin Nina Breher und ich exklusive Einblicke in die Recherche, diskutieren mit dem Stadtökonomen Gabriel Ahlfeldt und beantworten live Ihre Fragen. Hier geht’s zur Anmeldung (kostenlos).