Berlin hofft auf Öffnung der Gastronomie zu Pfingsten
Schöne Aussichten: Ende Mai könnte Außengastronomie in der Hauptstadt wieder möglich sein. Auch Brandenburg hat entsprechende Pläne. Aus dem Checkpoint. Von Stefan Jacobs
Pfingsten sind die Geschenke am geringsten, weiß der Volksmund, aber 2021 dürfte das anders werden: Angesichts des abflauenden Infektionsgeschehens prüft der Senat, die Außengastronomie zu Pfingsten wieder öffnen zu lassen – also in zweieinhalb Wochen. Brandenburg plant das ebenfalls. Auch für Kultur, Sport und Freibäder soll nächste Woche endlich eine greifbare Perspektive entwickelt werden, sofern die Zahlen das hergeben. Der Trend spricht dafür: Die 7-Tage-Inzidenz sinkt langsam, aber stetig auf zur Zeit 105, die Ampel für die Auslastung der Intensivbetten ist erstmals seit Wochen nicht mehr rot und gut ein Viertel der BerlinerInnen mindestens einmal geimpft. Das Licht am Ende des elend langen Tunnels wird heller. Und jetzt alle im Chor: „Es gibt ein Bier noch im Mai…“
Die Aussicht, bei aller weiterhin gebotenen Vorsicht bald wieder zu mehreren auf Café- und Restaurantterrassen sitzen zu können, tut nach sechs Monaten Lockdown-Winter moralisch gut und kommt hoffentlich noch rechtzeitig für tausende gebeutelte Gastronomen. Zugleich nimmt sie der FDP-Fraktion den Wind aus den Segeln, die in der Aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses morgen über „Außengastronomie verantwortungsvoll wieder öffnen“ debattieren wollte, sich damit aber nicht gegen die rot-rot-grüne Anmeldung durchsetzen konnte. Die lautet: „Europa in die Landesverfassung aufnehmen: Ein wichtiges Signal zur Europawoche.“ Kann man machen. Die CDU wollte über den 1. Mai reden und „Die Geister, die Rot-Rot-Grün rief“, die AfD übers Ende des Lockdowns unter dem Titel: „Wenn alles nicht hilft, muss alles auf!“ Alles kann, nichts muss.