AfD-Politiker zur Berlinale eingeladen
Riesenwirbel um die Berlinale: Zur Eröffnung eingeladen wurden u.a. die Berliner AfD-Vorsitzende Kristin Brinker und ihr Fraktionsvize Ronald Gläser - die Festivalleitung erklärte zwar „Volksvertreter, die im Widerspruch zu demokratischen Werten stehen“, für „nicht willkommen“, verwies aber zugleich darauf, dass die Einladungen aus dem Kontingent des Senats sindund dieser seine Tickets „an gewählte Abgeordnete aller Parteien“ vergeben habe.
Der renommierte „Hollywood Reporter“ berichtet, die Berlinale habe dazu mitgeteilt, dass sie dies akzeptieren müsse. Der Kommentar der Fachzeitschrift besteht aus einem einzigen Satz:
„This is scandalous.“
In einem Brief protestieren 200 Kulturschaffende gegen die Einladung, die Berlinale-Leitung will jetzt ebenfalls schreiben: einen „persönlichen Brief“ an die Vertreter der AfD. Brinker war vor kurzem zu Gast bei einer Veranstaltung mit dem österreichischen Identitären-Chef Martin Sellner und dem Höcke-Freund Götz Kubitschek, dessen Wirken der Verfassungsschutz als rechtsextrem einstuft.
Die Regisseurin Sherry Hormann sagte dem Checkpoint gestern dazu:
„Es darf nicht sein, dass Demokratie mit ihren eigenen Mitteln abgeschafft wird. Und so auch die Frage, ob es wirklich richtig ist, sich einen Maulkorb verpassen zu lassen, mit dem Argument staatlicher Subventionierung. Dadurch wird die in der Verfassung, Artikel 5, festgeschriebene Kunstfreiheit ad absurdum geführt. All dies zudem vor dem Hintergrund der sicht- und hörbaren Dringlichkeit so vieler Proteste in diesem Land, die sich klar gegen antidemokratisches Gedankengut abgrenzen. Mögen diese noch lauter werden, nicht nur während der Berlinale.“
Damit ist der Ton gesetzt: Brinker und Gläser dürften, sollten sie denn zur Eröffnung kommen, keinen ruhigen Abend genießen.