Jarasch wütend über durchgestochene „Kommunikationslinie“
Apropos Grün: Bettina Jarasch war gestern im Bundestag und hat dort so laut telefoniert, dass es bis ins Checkpoint-Büro am Askanischen Platz zu hören war. Die Fraktionsvorsitzende war höchst erregt darüber, dass die intern verordnete „Kommunikationslinie“ zum Blackout ausgeplaudert und weiterverbreitet wurde. Denn darin lässt sich einiges über den Kurs der Grünen erkennen – lesen wir mal rein:
+ „Wir haben ein strategisches Interesse daran, dass die Debatte um Kai Wegner lange medial begleitet wird und als Führungs-/Kompetenzfrage beim Regierenden Bürgermeister hängen bleibt.“
+ Dazu sollen „alle verwertbaren parlamentarischen Ablässe“ genutzt werden.
+ Der „Focus“ soll ganz auf „CDU/Wegner“ gerichtet sein, „NICHT SPD Giffey/Spranger“.
+ Und: „NICHT Täter*innen/Ermittlungen in den Mittelpunkt ziehen“
Daraus ergibt sich der Wunsch nach einer klaren Positionierung im rot-rot-grünen Lager – die SPD wird geschont, und die Aufklärung der höchstwahrscheinlich links motivierten Tat wird als störend angesehen bei der Verfolgung des eigentlichen Ziels: einen terroristischen Anschlag für parteipolitische Vorteile auszuschlachten und der CDU bzw. Wegner größtmöglichen Schaden zuzufügen. Sollten da manche noch von einem schwarz-grünen Senat nach der Wahl geträumt haben, ist das kein schönes Erwachen.
Nun wäre es naiv zu glauben, ähnliche „Kommunikationslinien“ würde es nicht auch bei anderen Parteien geben. Aber das so ungeschminkt offenbart zu sehen, ist nicht nur peinlich, sondern auch höchst nachteilig. Insofern ist die Erregung von Jarasch verständlich. „Wer gibt sowas durch?“, rief sie verärgert ins Telefon. Von uns erfährt sie’s jedenfalls nicht.