Selber suchen in einem „Fußballfeld“ aus Koffern: Wenn das Gepäck einen anderen Flug nach Berlin nimmt  

Bis zu 300 nachgelieferte Gepäckstücke stapeln sich täglich am BER. Ein Checkpoint-Leser hat eine ganze Woche gebraucht, bis er seines schließlich wiederfand. Von Lotte Buschenhagen und Ann-Kathrin Hipp

Selber suchen in einem „Fußballfeld“ aus Koffern: Wenn das Gepäck einen anderen Flug nach Berlin nimmt  
Zahlreiche Koffer lagern am Flughafen im Gepäckausgabe-Bereich. Koffer, Taschen und Kinderwagen finden erst nach Tagen ihre Besitzer. Foto: Jonas Walzberg/dpa

Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin. Was für Marlene Dietrich Segen war, ist für andere Flughafenfluch. Eine Woche lang hat Checkpoint-Leser Ralf Michael-Rath das Gepäck seiner Tochter gesucht, die aus Italien nach Berlin geflogen war. Zunächst kündigte die Lufthansa Hilfe an, dann erklärte sie sich – mit Verweis auf die Gepäckermittlung – für unzuständig. Wieder vor Ort wurden Vater und Tochter schließlich nach längerer Wartezeit („Schwester, das ist wie beim Bürgeramt in Berlin. Wenn Sie etwas wollen, müssen Sie warten.“) in „einem Fußballfeld“ aus Gepäckstücken fündig. Guter Anlass mal nachzuhaken: Wie viele Gepäckstücke lagern derzeit am BER? Und wie viele gehen im Schnitt verloren? 
 
„Es geht kein Gepäckstück verloren, es kommt aber vor, dass die betreffenden Passagiere länger auf ihre Gepäcknachlieferung warten müssen, weil seit Ferienstart in Deutschland die Zahl des ‘rush-Gepäcks’ an allen Flughäfen deutlich angestiegen ist“, heißt es auf Checkpoint-Nachfrage. Man schätzt, dass im Schnitt täglich bis zu 300 nachgesendete Koffer den BER erreichen („das schwankt“), zu der Gesamtzahl der Koffer lassen sich „keine verlässlichen Angaben machen“. Im Normalfall würden die Gepäckstücke automatisch an die Besitzer:innen zugestellt. Fraglich ist nur: wann. Die Bodenverkehrsdienstleister jedenfalls haben bereits Nachtschichten eingeführt, um der Koffer Herr zu werden. Wen’s tröstet: Das Problem gibt’s laut Flughafengesellschaft „europaweit“.