„Es ist nötig, auf Berlin zu schimpfen“: Berlin-Bashing aus Zürich
Ein NZZ-Text listet vermeintliche Probleme Berlins auf – von Bahnhof Zoo bis Tempelhofer Feld, von Stau bis Kreuzkröte. Vieles altbekannt, wenig neu. Von Anke Myrrhe und Stefan Jacobs.
„Es ist immer etwas wohlfeil auf Berlin zu schimpfen“, beginnt ein Text der „Neuen Zürcher Zeitung“, der am Wochenende in Berlin herumgereicht wurde – und eigentlich hätte man danach auch direkt aufhören können zu lesen. Denn schon der nächste Satz lautet. „Aber es ist auch nötig.“ Ist es das? Ein Überblick der Erkenntnisse eines Textes, der zur Sicherheit nur mit „NZZ-Redaktion“ unterzeichnet wurde:
+ Am Bahnhof Zoo gibt es viele Drogenabhängige und sonstige Abgehängte (das wissen wir seit 1978)
+ Auf dem Tempelhofer Feld ist im November nicht viel los (womöglich wetterbedingt?)
+ Die Wirkung eines Zauns um den Görlitzer Park ist umstritten
+ Die Kreuzkröte verlangsamt den Wohnungsbau (gilt überall, Grüße an Umwelthilfe et al.)
+ In manchen Bezirken wartet man lange auf Parkausweise
+ Berlin ist Deutschlands Stauhauptstadt
+ Berlin hat den teuersten Autobahnabschnitt (3,2 Kilometer A100) und die teuerste Flüchtlingsunterkunft (Tegel)
+ Am Schlesischen Tor wurde ein ehemaliges Klo zum Burgerladen umgebaut (den gibt es seit 20 Jahren, die Kette „Burgermeister“ betreibt inzwischen 24 Filialen in Deutschland und Polen, darunter auch einen in der Uber-Arena).
Fazit: Das Schimpfen auf Berlin überlassen Sie lieber uns. Wir haben da ähnlich fundierte Erfahrung wie die Burgermeister im Braten.