Verkehrslenkung Berlin: Behörde wird zur Fachabteilung
Berlins beliebteste Behörde rumpelt als Manta unters Werkstattdach der Senatsverwaltung für Verkehr – und könnte nach Ansicht von Fachleuten als Tesla wieder zum Vorschein kommen: Als nachgeordnete Behörde sei die Verkehrslenkung Berlin von der Fachaufsicht derart gegängelt worden, dass die VLB-Beschäftigten lieber gar nichts mehr entschieden hätten, statt sich ständig blutige Nasen zu holen. Als Fachabteilung hätten sie das künftig nicht mehr zu befürchten, sagt einer, der die VLB von innen kennt. Mit der Neuorganisation tut die Verkehrssenatorin, was ihr ein Gutachten seit Februar rät. Der Unterschied zu damals: Den Grünen bleibt bis zur nächsten Wahl ein Dreivierteljahr weniger Zeit, ihre Versprechen umzusetzen.
Anders als in populären Newslettern vereinzelt behauptet hatten sich für den Chefposten der „alten“ Verkehrslenkung doch mehrere Menschen beworben. Einer von vier, die es bis ins Assessment Center geschafft hatten, staunt noch heute, wie professionell das Bewerbungsverfahren gemanagt worden sei. Das habe er von einer Berliner Behörde nicht erwartet, sagt der bisher anderswo Beschäftigte. Und auch in diesem Zusammenhang fällt der Name des später schwer erkrankten Staatssekretärs Jens-Holger Kirchner, der in seiner Verwaltung als Fachkraft und Mensch gleichermaßen schmerzlich vermisst wird.