Berliner SPD-Führung von Berufspolitikern und Verbandsleuten dominiert

Kommen wir zur Innenpolitik, wo an der SPD kein Weg vorbeiführt. Warum es mit der SPD für so viele vorbei ist, analysiert mein Kollege Uli Zawatka-Gerlach heute im Tagesspiegel: Die Funktionärsschicht in Landespartei und Fraktion besteht im Wesentlichen aus Berufspolitikern sowie Leuten, die in Gewerkschaften, Behörden und Verbänden arbeiten. Leute – auch kleine – aus der Privatwirtschaft sind die Ausnahme. Der Parteienforscher Franz Walter diagnostizierte in der SPD-Zeitung „Berliner Stimme“, dass den meisten Funktionsträgern die normale Arbeitswelt nicht bekannt sei, woraus „der Marketing-Sprech und die Papageiensprache der etablierten Schichten“ resultiere.

Dann hören wir doch gleich mal rein, wie das bei den Genossen in Potsdam ist. „Ein einfaches ‚Weiter so‘ soll es im Landtag nicht geben“, sagt Fraktionschef Mike Bischoff. „Wir wollen stark auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger achten.“ „Wir haben das Signal verstanden.“ Über das gute Abschneiden der AfD „müssen wir uns Gedanken machen“. Für Brandenburg sei „eine starke geschlossene Regierungskoalition nötig“. Denn „wir wollen, dass das Land weiter modernisiert wird.“ Falls jetzt irgendwer sagt, das habe er doch alles schon Sonntag kurz nach 18 Uhr gehört: Die Zitate stammen aus einem Pressetermin am Dienstag. Nebenan bei der CDU wurde unterdessen die Schlachteplatte präpariert, vor der MP Dietmar Woidke tags zuvor gewarnt hatte.