SPD zofft sich über den Umgang mit Minderheiten

Kaum hatte die SPD-Spitze „Respekt“ zum Leitmotto ihres Wahlkampfs gemacht, zeigen prominente Sozialdemokraten, dass sie diesen nicht mal füreinander haben. Saskia Esken und Kevin Kühnert bekundeten in der Einladung zu einer parteiinternen Diskussion, „beschämt“ zu sein über Äußerungen älterer Mitglieder im Umgang mit Minderheiten, Ex-Parlamentspräsident Wolfgang Thierse (Beitrag in der „FAZ“ zur Identitätspolitik) und Ex-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan (Moderation eines Queer-Forums) fühlten sich angesprochen – und reagierten: Thierse bat Esken in einem Schreiben darum, ihm öffentlich mitzuteilen, ob seine Mitgliedschaft noch „erwünscht“ sei, Schwan beklagte sich in der „SZ“, dass Identitätsdiskurse „immer beleidigender“ geführt würden.

Am Abend meldete sich gestern dann der frühere SPD-Volkskammer-Fraktionsvorsitzende und Ex-MdB Richard Schröder beim Tagesspiegel und gab bekannt: „Ich teile die Argumente Wolfgang Thierses vollständig und bin darüber empört, dass die Vorsitzende der SPD Saskia Esken und der stellvertretende Vorsitzende Kevin Kühnert sich von diesen Auffassungen distanzieren und gar erklären, sich für sie zu schämen.“

Tja, wie es aussieht, könnte Netflix Interesse an diesem Wahlkampf haben.