Alles ein Unfall? Für die SPD ist der Schaden nach der Klatsche fürs Führungsduo groß

Hoppala – so könnte man die Stimmungslage in der Berliner SPD am Montag nach dem Parteitag zusammenfassen. Ja, viele in der Partei sind unzufrieden mit dem harten Führungsstil von Raed Saleh und Giffey. Ja, bei der Personalauswahl in Senat und Partei wäre man gern stärker eingebunden gewesen. Ja, der Kurs ist vielen zu bürgerlich. Aber so ein Ergebnis? Gerade noch die Mehrheit? „Ein Unfall“, hieß es am Montag fast einstimmig. Aber das macht den Schaden fast noch schlimmer: ehrlicher kann ein Ergebnis kaum sein. Inhaltlich wurde Giffey und ihrem bürgerlichen Kurs die Gefolgschaft versagt: Der A100-Stopp mag weniger schwer wiegen, die neue Haltung in der Enteignungsfrage muss Giffey dagegen schmerzen. Bei der Wahl trat sie mit Anti-Enteignungs-Garantie an – jetzt treibt ihre Partei sie dorthin. Warum Saleh und Sie trotzdem recht sicher im Sozi-Sattel sitzen? Kollege Robert Kiesel und ich haben das für alle Abonnenten analysiert.