Kinderärzte und Gesundheitsämter sind am Limit oder fallen ganz aus

„Hauptsache gesund“ entwickelt sich vom dahergeredeten Allgemeinplatz zunehmend zum Survival-Tipp: Die Kollegen seien „mit ihren Kräften am Ende“, heißt es in einem Brief des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte an die Gesundheitssenatorin: Zu Personalnot und Überalterung komme eine vom Bundesgesundheitsminister forcierte Honorarkürzung, die die Kinderarztsuche junger Eltern weiter erschwere. Ebenso beunruhigend sind die Berichte aus den Gesundheitsämtern, denen laut Ärztepräsident 60 Mediziner fehlen. Extrem ist die Erosion in Neukölln, wo der Zoff zwischen Stadträtin und Noch-Amtsarzt eskaliert und der sozialpsychiatrische Dienst praktisch kollabiert ist. Außerdem empören sich die Amtsärzte über die Idee der Stadträtin, die Gesundheitsämter nicht mehr von Medizinern, sondern von Verwaltungsprofis leiten zu lassen. In Treptow-Köpenick hat gerade eine (auf Medizinrecht spezialisierte) Juristin als Amtsleiterin angefangen.