Räumung in Spandau: Mehrere Dutzend Schausteller besetzen Bezirksamt mit Rohrzange und bedrängen Mitarbeiter
Sturm aufs Spandauer Bezirksamt? 50 bis 80 Schausteller besetzten am Freitag Räume von Bezirksstadtrat Thorsten Schatz. Einer kam mit Brechstange, sie liefen am Wachschutz vorbei und ein Bezirksmitarbeiter wurde bedrängt, teilte das Bezirksamt mit. Die Polizei räumte. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bezirks hervor. Was war los? Die Schausteller auf dem Rummel „Family Wonderland“ würden ihre Buden gern bis 21 Uhr öffnen, dürfen aber nur bis 20 Uhr. Das bedeutet Umsatzrückgang – oder, wie die Schausteller-Interessensgemeinschaft es formuliert: „Lachen und glücklich sein ab 20 Uhr VERBOTEN!“
Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) spricht von einem „beispiellosen Übergriff“. Man sei „fassungslos“, erklärte er in einer Pressemitteilung, in der die Rohrzange, verbale Übergriffe und mehr genannt werden. „Es war ganz kultiviert“, sagt hingegen Schausteller Thilo-Harry Wollenschläger. Kein Mob mit Waffen habe das Bezirksamt besetzt, sondern „Familien mit Plüschtieren“. Das erzählt er im Interview mit dem Tagesspiegel-Newsletter für Spandau, der heute erscheint. Hier geht’s zum Abo.