Kampfkandidaturen in SPD-Kreisverbänden

In Berlins SPD wird knapp ein Jahr vor der Wahl das Grummeln immer hörbarer. Angesichts lauer Umfragewerte wird der Kampf um die wenigen aussichtsreichen Listenplätze hart geführt. In Neukölln hatte, wie berichtet, Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey das Nachsehen. In mehreren Kreisverbänden sind Kampfkandidaturen wahrscheinlich.

In Reinickendorf könnte es dabei zu einer bizarren Situation kommen. Dort soll Innensenatorin Iris Spranger Teil der Sitzungsleitung am 22. November sein. An sich nichts Ungewöhnliches: Spranger macht diese ehrenamtliche Parteiarbeit im Kreisverband bereits seit Jahren. Allerdings wird sich dieses Jahr voraussichtlich die SPD-Landesvorsitzende Nicola Böcker-Giannini um einen Listenplatz in Reinickendorf bemühen. Und damit jene Frau, die Spranger vor zwei Jahren hochkant aus ihrer Verwaltung geworfen hatte. Und: Gegen Böcker-Giannini könnte ausgerechnet Laurence Stroedter antreten, Tochter des langjährigen Kreisvorstands Jörg Stroedter, der wiederum seit einigen Jahren mit Spranger liiert ist. Sollte es so kommen, werde Spranger diesen Wahlgang selbstverständlich nicht leiten, heißt es auf Nachfrage. Damit das Grummeln nicht noch lauter wird.