Sonntagmorgen

Sonntagmorgen – Von bewegter Musik zu bewegender Sprache: „Nichts Neues“ heißt die Retrospektive auf das Werk Ruth Wolf-Rehfeldts, die eigentlich alle digitale ASCII-Art als im Nachhinein alten Hut erscheinen lässt, denn: Als schreibende Kraft bestritt die Buchstabenkünstlerin ihren Lebensunterhalt schon an der Ost-Berliner Akademie der Künste, bis sich, nach Feierabend, die 49 Typenhebel ihrer VEB-Standard-Reiseschreibmaschine namens „Erika“ zu verselbständigen begannen und von minimalistischer über konkreter bis zur abstrakten Poesie und Buchstabengrafik einen Zeichenkosmos auftaten, der eben manche frühe Computerkunst alt aussehen lässt. Heute wundert sich die 91-Jährige über den Rummel, den die Kunstwelt zurecht um sie macht. Das Minsk, 10 bis 19 Uhr