Bürgermeister-Kandidatin äußert sich nicht zum Schrottimmobilien-Fall

CDU-Politiker Thilo Peter vermietet Schrottwohnungen. Judith Stückler weiß das schon lange. Doch die Bürgermeister-Kandidatin taucht ab. Von Julius Betschka

Bürgermeister-Kandidatin äußert sich nicht zum Schrottimmobilien-Fall
Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Neues aus der City-West: In Charlottenburg-Wilmersdorf will Judith Stückler für die CDU 2021 als Bezirksbürgermeisterkandidatin antreten und SPD-Mann Reinhard Naumann ablösen. In ihrem Bewerbungsschreiben, das dem Checkpoint vorliegt, schreibt sie, sie wolle „mit Leidenschaft eine bessere Politik für unsere Bürger gestalten”. Bislang ist sie die einzige Kandidatin. Wie gut sie Krisen managen kann, hat die Vorsitzende des Ortsverbands Charlottenburg-Nord erst kürzlich bewiesen: Im von ihr geführten Vorstand sitzt der Schrottimmobilienunternehmer Thilo Peter, den Stückler seit Jahren kennt. Er besitzt mehrere Häuser in Neukölln, in denen die Mieter in teils menschenunwürdigen Verhältnissen leben - wir berichteten (CP 31.07).

Stückler sind Peters Geschäfte seit spätestens 2012 bekannt, im Ortsvorstand arbeiten sie zusammen. Auch parteiintern wird diese Nähe jetzt kritisiert, weiß unser Charlottenburg-Wilmersdorf-Experte Cay Dobberke (seinen Newsletter abonnieren Sie hier). Denn statt Stellung zu nehmen, war die Bürgermeisterkandidatin in spe komplett abgetaucht. Die Kommunikation übernahm der Kreisvorsitzende Klaus-Dieter Gröhler: „Judith Stückler, Thilo Peter und ich werden uns mal zusammensetzen.“ Darum habe er selbst gebeten, sagte Gröhler jetzt. Vielsagend. Hoffentlich läuft das nicht genauso, wenn’s künftig am Charlottenburger Schloss bröckelt oder der Funkturm wankt – die CDU hat ja gute Chancen, stärkste Kraft im Bezirk zu werden. Bezirksbürgermeisterin Stückler? Leider nicht erreichbar.