Bei SPD herrscht ein anderer Ton
Etwas aus dem Tritt geraten ist ja auch die SPD nach der Wahl. Spätestens seit Andrea Nahles‘ „in die Fresse“ weiß jeder, dass in der deutschen Sozialdemokratie bisweilen ein Ton herrscht wie in einer RTL II-Doku-Soap. Da klingen die Begriffe „dämlich“ und „absurd“ ja schon fast nach Sat.1, mit denen Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh die Vorschläge seines Genossen und Partei-Vize Mark Rackles abqualifizierte, doch die Linkspartei nicht ständig links liegen zu lassen. Rackles will das „Schisma im sozialdemokratisch bis linkssozialistischen Milieu“ überwinden, damit die gesellschaftliche Linke mehrheitsfähig werde. Doch Saleh passt das überhaupt nicht. Die SPD würde damit den Anspruch aufgeben, Volkspartei zu sein und verzwerge sich selbst - was sich nach rund 18 Prozent bei der Bundestagswahl eher nach Scheinriese anhört. Rackles, der wie Saleh dem linken Flügel der Berliner SPD angehört, will mit seiner Meinung aber nicht hinter dem, nun ja, Zwerg halten und hat nun einen Brief an den Landesvorstand geschrieben, in dem er nachlegt: Seine eigenen Leute betrieben Klientelpolitik, die Partei agiere an der Lebenswirklichkeit der Kernwähler vorbei.