Berlin schafft die Schiffsschreibmaschine ab

Änderungen im Berliner Schiffsregister müssen noch mit der Schreibmaschine eingetragen werden. Weil das in der Hansestadt digital läuft, soll sich das nun ändern. Von Lorenz Maroldt

Berlin schafft die Schiffsschreibmaschine ab
Änderungen im Schiffsregister müssen in Berlin derzeit noch mit der Schreibmaschine eingetragen werden. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Für die schnellste Atlantiküberquerung gab’s einst das elegante „Blaue Band“, beim Senat hat‘s leider nur für ein schwarzes Farbband gereicht (langsamste Havelrundfahrt). Glauben Sie nicht? Na, dann schauen Sie doch mal in die Drucksache 18/3689 (am Donnerstag im Abgeordnetenhaus) – da schippern Käpt‘n Michael Müller und sein Matrose Dirk Behrendt gemächlich auf einen „Staatsvertrag mit der Freien und Hansestadt Hamburg über die Führung des Schiffsregisters und des Schiffsbauregisters“ zu. Hier die Begründung:

Aufgrund der sehr überschaubaren Fallvorkommnisse (derzeit umfasst das Berliner Schiffsregister nach Mitteilung des Amtsgerichts Charlottenburg ca. 1000 Binnenschiffe und 350 Seeschiffe) ist eine Spezialisierung in der Thematik nur schwer möglich. Zudem müssen die Änderungen im Schiffsregister aufgrund des derzeit bestehenden veralteten Eintragungsverfahrens mit Schreibmaschine erfolgen. Die Freie und Hansestadt Hamburg hat das Schiffsregister digitalisiert.“

Am Ende der Vorlage stellen Müller und Behrendt zufrieden fest: „Auswirkung auf das elektronische Verwaltungshandeln: Keine“. Es kommentiert unser Gastautor Friedrich Hölderlin: „Was kümmert mich der Schiffbruch der Welt, ich weiß von nichts als meiner seligen Insel.“