Berliner Baustellenkunst und Street Art

Sie erinnern sich an die Scheune, die uns von den Architekten Herzog & de Meuron als „Museum der Moderne“ aufs Kultforum gesetzt werden sollte (und nein, das war kein Teil des Projekts „essbare Stadt“)? Das war vor einem Jahr. Seitdem ist der 200-Mio-Bau (plus Faktor Berlin mal x) um exakt 0,0 Millimeter vorangekommen, wie jetzt bekannt wurde. Stadtentwicklungssenatorin Karin Lompscher hat andere Prioritäten: „Das passt nicht in die Programmierung der aktuellen politischen Situation.“ Ja wie, und was passiert stattdessen zwischen Philharmonie und Landwehrkanal? Lompscher: „Wir werden mit der Straßenbahn eine sehr sensible Gestaltungsaufgabe haben.“ Klingeling. Muss sich um diese Street Art handeln, von der jetzt immer alle reden.

Ohnehin wird die Gegend bis zum Jahr 2032 (nein, kein Zahlendreher: 2032!) Teil der inoffiziellen Open-Air-Touristenattraktion „Baustellenkunst“ sein, mit Containern, Staus und allem Pipapo. So lange nämlich dauert die Sanierung der Staatsbibliothek gegenüber (nach heutiger Planung jedenfalls). Da bietet sich doch eine gemeinsame Eröffnungsfeier mit dem BER an, verbunden durch einen Straßenbahnshuttle. Und der dann 78 Jahre alte Alphaville-Sänger Marian Gold könnte zur Feier des Tages „Forever Young“ singen.