Ist der Leiter der Neuköllner Sprachschule ein Hochstapler?
Das Entsetzen war groß, als der Leiter der deutsch-arabischen Schule in Neukölln, Hudhaifa Al-Mashhadani, eines Vormittags von einem Mann in der U-Bahn angegriffen und mit dem Tode bedroht worden ist. Jetzt stellt sich heraus: Das Ganze ist offenbar erfunden. Bilder einer Überwachungskamera, die dem Tagesspiegel vorliegen (hier zu sehen), scheinen das zu belegen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen den 44-Jährigen, der als anerkannter Kämpfer gegen Antisemitismus und Islamismus gilt, wegen des Verdachts der falschen Verdächtigung.
Es gibt noch weitere Ungereimtheiten, die Al-Mashhadanis Lebenslauf betreffen. Er will in den USA promoviert haben, nur vergibt das fragliche Uni-Institut in Texas keine akademischen Grade. Er will Parlamentsabgeordneter im Irak gewesen sein – offenbar war er lediglich Mitarbeiter eines Abgeordneten. Und dann sind da noch teils islamistische, verschwörungstheoretische und antisemitische Beiträge im Netz, die der Heidelberger Nahostwissenschaftler Tom Khaled Würdemann mit Al-Mashhadani (der kürzlich fürs Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen worden ist) in Zusammenhang bringt.