Die Berliner Grünen sind von ihrem eigenen Erfolg überrascht: Mit mehr als 20 Prozent hätte auch intern niemand gerechnet, sagt ein Abgeordneter. Das Ergebnis sei „jenseits von Gut und Böse“. Und es stellt die Partei vor Herausforderungen: Einerseits gibt es den klaren Auftrag, den Klimawandel effektiver zu bekämpfen. Andererseits will sie das bürgerliche Milieu nicht verprellen. Fest steht: Bei Verkehrswende und Umweltschutz ist in Berlin noch Luft nach oben. Eine Solarpflicht für Neubauten, wie die Grünen sie fordern, wird da kaum ausreichen. Die Fallhöhe für die Klimapartei wächst.

„Deutschland wählt sich grün und blau“ titelt der „Berliner Kurier“ heute. Tatsächlich hat in Brandenburg die AfD die Europawahl gewonnen (19,9 Prozent) und mit Sachsen dafür gesorgt, dass die Rechtspopulisten bundesweit ein zweistelliges Ergebnis erreichten. Dass die AfD auch bei der Brandenburger Kommunalwahl gut abschneidet und nach CDU und SPD den dritten Platz belegt, zeigt, dass das Europa-Votum kein Ausreißer war. Besonders der Süden und der Osten sind AfD-Land: die Kohleregionen.

Die Partei hat in Friedrichshain-Kreuzberg mehr Stimmen geholt als CDU und FDP zusammen (8,9 zu 8,3 %). Ein satirisch gutes Ergebnis für Sonneborn und Co.