Gesucht und gefunden
Gesucht und gefunden: In unserer neuen Checkpoint-Rubrik „Wer sucht was?“ fragte Manfred Füger vom „Gofenberg & Chor“ nach einem coronagerechten Proberaum. Martina Steffen-Elis, Pfarrerin der Schöneberger Apostel-Paulus-Gemeinde, reagierte – wir haben beide befragt. (Fotos: Manfred Füger/ev-apg)
Wie wars?
Manfred Füger: „Die Pfarrerin der Apostel-Paulus-Gemeinde, Frau Steffen-Elis (regelmäßige Checkpoint-Leserin wie ich) hat sich aufgrund meiner Suchanfrage direkt bei unserem Chor gemeldet. Das hing wohl auch damit zusammen, dass unsere Musik – Lieder in jiddischer und hebräischer Sprache – sie angesprochen hat, denn uns eint sicher das gemeinsame Engagement gegen Antisemitismus und die Bereitschaft zu einem fruchtbaren interreligiösen Dialog.“
Martina Steffen-Elis: „Wir versuchen als Apostel-Paulus-Gemeinde, möglichst vielen, die wegen der coronabedingten Abstandsregelungen ihre bisherigen Räume für Proben, Sitzungen, Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen nicht mehr nutzen können, kurz- oder mittelfristig zu helfen.“
Was war Ihr erster Eindruck?
Manfred Füger: „Wir hatten ein sehr nettes Gespräch, das in dem Angebot gipfelte, in Zukunft einmal in der Woche (dienstags) den Kirchenraum für unsere Proben zu nutzen.“
Martina Steffen-Elis: „Bei diesem Chor passt es auch inhaltlich sehr gut zum interreligiösen Schwerpunkt der Gemeinde. Das zweijährige interreligiöse Projekt ‚Lebensmelodien‘, das jüdische, bisher unveröffentlichte Musik aus der Zeit des Holocaust zur Aufführung bringt und vom Antisemitismusbeauftragten gefördert wird, ist dabei unser ,Herzstück‘.“
Gab's Kaffee dazu?
Manfred Füger: „Hitzegemäß ein Glas Wasser.“
Martina Steffen-Elis: „Bei diesen Temperaturen lieber Wasser.“
Mit welchem Gefühl sind Sie gegangen?
Manfred Füger: „In unserem Chor hat das Angebot große Begeisterung ausgelöst, denn der uns zur Verfügung stehende Probenraum ist bei weitem nicht groß genug, um die für Chöre besonders strengen Abstands-und Hygieneregeln einzuhalten.“
Martina Steffen-Elis: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Chor und die Proben in unserer Kirche.“
Gibt's eine Fortsetzung?
Manfred Füger: „Ich bin ziemlich sicher, dass wir uns bei der Gemeinde mit einem Konzert bedanken werden, sobald dies wieder möglich ist!“
Martina Steffen-Elis: „Da ist vieles möglich: Mitwirkung bei besonderen Veranstaltungen in unserer Kirche, z.B. beim Auschwitz-Gedenken am 27.Januar, beim Akazienstraßenfest oder auch mal mit einem Konzert.“
Sind Sie auch auf der Suche nach etwas oder jemandem? Dann schreiben Sie uns an checkpoint@tagesspiegel.de, wer Sie sind und was Sie suchen, egal was es ist. Wir helfen beim Finden.