Luthe Spitzenkandidat der „Freien Wähler“

Wo Marcel „Lunte“ Luthe auftaucht, gibt‘s Ärger – natürlich zufällig, aber eben zufällig auch bei der Kür des Abgeordneten (Ex-FDP) zum Spitzenkandidaten der „Freien Wähler“: Fünf Parteimitglieder der Partei wurden trotz positiver Schnelltestergebnisse in den Saal gelassen – sie sind alle von einer Tempelhofer Firma, deren Chef zwanzig seiner Leute castete und ihre Beiträge zahlt. Wie das bei kleinen Parteien eben läuft, wenn Stimmen gebraucht werden.

Luthe will übrigens „Missstände“ aufdecken – das hat vor ein paar Jahren auch die Firma „Business Integrity“ getan: Sie untersuchte das seltsame Rechnungswesen (auch „Unregelmäßigkeiten“ genannt) des damaligen „Einstein“-Stammhaus-Geschäftsführers, der zufällig genauso heißt wie der „Freie Wähler“-Spitzenkandidat. Na sowas… Der Bericht („Sonderuntersuchung“, 35 Seiten plus ein Pfund detaillierter Anlagen) enthält dann auch so viele unglaubliche Zufälle, u.a. eine Stornoflut und fröhliche Spesen (Mallorca!), dass die Schnitzelpreise zur Nebensache werden. Die Angelegenheit ist zwar alt, aber offenbar noch nicht ganz gegessen – eine spannende Lektüre jedenfalls.