Ratlosigkeit vor dem nächsten Corona-Gipfel
Im zehnseitigen Beschlussentwurf für die heutige Bund-Länder-Konferenz im Kanzleramt spielt die Schule übrigens keine Rolle – aber das Papier kommt ohnehin anders wieder raus aus der Runde, als es reingekommen ist. Die Mahnerin Merkel wird sich nicht durchsetzen können – zu viele Länderchefs wollen die dritte Welle surfen, nicht unter ihr wegtauchen. Sidney Gennies schreibt dazu heute im Tagesspiegel:
„Alle Instrumente, den Krisenzustand zu beenden, liegen auf dem Tisch: Impfen, Testen, digitale Kontaktverfolgung. Der Gipfel muss eine Wende einleiten. Weg von der Frage, mit welchen Tricks ein zumutbares Leben trotz der Gefahr des Virus ermöglicht werden kann, hin zu der Frage, wie die Gefahr effektiv und schnell beseitigt werden kann. Also zu der Frage, warum in Deutschland nicht Tag und Nacht bis zum letzten Tropfen geimpft wird. Wie jeder Arzt, jede Ärztin, jeder Bundeswehrsanitäter und jede Medizinstudentin, die eine Spritze oder ein Teststäbchen halten können, mobilisiert werden. Wie die Impfzentren mit Software ausgestattet werden, die sie bei der Terminvergabe nicht wahnsinnig macht. Dass die Corona-Pandemie vor einem Jahr ins Land kam, war höhere Gewalt. Wenn die Pandemie uns nun weiter beherrscht, ist es Staatsversagen.“