Zahlenkunde
Die politische Diskussion wird hitzig geführt: Der Landesschulbeirat pocht vehement auf Wechselunterricht. Was meinen Sie? Von Anke Myrrhe.
Ein Argument der Öffnungsgegner ist bekanntlich, dass weder Schüler noch Lehrerinnen ausreichend geimpft sind, dazu zwei inspirierende Schlagzeilen von gestern Abend:
„Fast 80 Prozent der Grundschullehrer sind geimpft“ (Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres, SPD)
„Schule hängt nicht von der Frage des Geimpftseins ab“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU).
Na wunderbar. Die Zahlen der Bildungssenatorin beziehen sich nämlich auf die Erstimpfungen, über die Impf-Quote der weiterführenden Schulen habe sie „leider keine Erkenntnisse“, sagte Scheeres gestern im Bildungsausschuss. „Es wäre für uns aber auch schön, das zu wissen.“
Same here. Also zurück in die Bildungseinrichtung. Auch der Landesschulbeirat fordert in einer Stellungnahme, den Wechselunterricht bis zu den Sommerferien beizubehalten, allerdings mit folgenden Bedingungen:
+++ Die letzten Schulwochen sollen „intensiv für eine Lernstandserhebung vor den Sommerferien“ genutzt werden;
+++ Senat und Schulen sollen „alle notwendigen pädagogischen und organisatorischen Vorbereitungen für den pandemiegerechten, ggf. digitalen Unterricht eine Woche vor Schulbeginn, und Regelbetrieb ab dem ersten Tag des neuen Schuljahres“ treffen;
+++ Besonders intensive Testung und die strikte Beibehaltung aller notwendigen Hygieneregeln sollen nach den Ferien Urlaubseffekte verhindern;
+++ Die Impfung des Schulpersonals muss bis zum Schulbeginn am 9. August so weit wie möglich abgeschlossen sein.
Und was meinen Sie? Sollten die Schulen noch vor den Ferien wieder zum Regelunterricht zurückkehren? Hier geht es zu unserer Umfrage (compass.pressekompass.net).