Schul-BER wird wieder nicht fertig

Als „BER von Kreuzberg“ ist die Kurt-Schumacher-Schule nicht nur im Checkpoint weltberühmt – wegen Brandschutzmängeln wurde das Gebäude 2012 geräumt, erst zehn Jahre später war der 1. Bauabschnitt fertiggestellt. Die Schule gilt als Denkmal der vermurksten Berliner Schulbaupolitik. Und der 2. Bauabschnittder Schule, die über die geringste Raumkapazität von Berlin verfügt? Der wurde in diesem Jahr auf 2027 verschoben. Dann dürften die ersten der Schülerinnen und Schüler, die damals in Ausweichquartiere gequetscht wurden, ihre Meisterprüfung oder den Masterabschluss hinter sich haben.

In einem Brief fordert die Gesamtelternvertretung jetzt den Regierenden Bürgermeister auf, sich für ein Ende der „Blockade“ einzusetzen. Checkpoint-Prognose: Wegner wird sich für unzuständig erklären. Tja, vielleicht wirft er zum schnellen Trost wenigstens ein paar „Kinder Buenos“ über dem Schulhof ab (die Rosinenbombe der Moderne).

Mehr Neuigkeiten über den BER von Kreuzberg gibt es hier unter diesem Link.

Und woran der Schulneubau grundsätzlich krankt in Berlin, erfahren Sie hier unter diesem Link.

Beide Texte stammen von unserer Schulexpertin Susanne Vieth-Entus, die (nicht nur) die Berliner Bildungspolitik seit den neunziger Jahren fröhlich-verzweifelt verfolgt. Vor zwei Jahren wir gemeinsam das Buch „Klassenkampf“ veröffentlicht (Verlag Suhrkamp, Untertitel: „Was die Bildungspolitik aus Berlins Schuldesaster lernen kann“). Wir hatten, wie sich jetzt zeigt, vergeblich gehofft, dass es nicht ganz so lange so aktuell bleibt, wie es (leider) heute noch ist.