Salsa statt Tango

Vor fünf Wochen berichteten wir hier über das Salsa-Interesse des CDU-Verordneten Winfried Pathe – er wollte vom Bezirksamt Mitte u.a. wissen, wie es „den kulturellen und wirtschaftlichen Wert des Tanzens am Ludwig-Erhard-Ufer für die Stadt Berlin“ einschätzt. Stadtrat Christopher Schriner musste offenbar erstmal einige politische Vueltas drehen (immer im Kreis), bis er die Antwort an den cuernos packen konnte – und hier ist sie nun endlich:

„Zu dieser Frage hat das Bezirksamt keine Erkenntnisse…“

und am Wert der Tanzkultur offenbar auch kein Interesse. Nun ja, nicht nur beim Salsa kommt der Bezirk Mitte schon mal aus dem Rhythmus - insofern passt auch Schirners Antwort auf die Frage, was das BA unternimmt, um die Tanzszene vor ungerechtfertigten Anzeigen und Polizeieinsätzen zu schützen. Offenbar zitiert er hier aus einer internen Gebrauchsanleitung für Berlin, wo Freiheit allzu oft mit Frechheit verwechselt wird. Der Schlüsselsatz lautet:

Eine Duldung erschöpft sich in der Regel im Nichthandeln.“

Dennoch kam es am vergangenen Donnerstag hier zu einer Eskalation, die eher an Pogo erinnert – und die so kurios ist, dass sie einen neuen Berlinmythos begründen könnte (oder zumindest eine neue Berlinmelodie).

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