Verzweifelte Schausteller demonstrieren erneut gegen Corona-Auflagen
Weniger Aufsehen dürfte eine heutige Demonstration am Rathaus Köpenick verursachen – zum Leidwesen der Schausteller, die den Protest organisieren. Erst vor einem Monat haben Tausende vor dem Brandenburger Tor gegen die strengen Corona-Auflagen demonstriert, doch passiert sei seitdem nichts, beklagt Thilo-Harry Wollenschläger. Seit sieben Monaten habe er keinen Cent verdient – bei monatlichen Ausgaben von bis zu 30.000 Euro. Dass Freizeitsparks wieder öffnen dürfen, die Strände voll seien, aber weiterhin keine Volksfeste stattfinden können, findet Wollenschläger ungerecht. „Wir werden wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Auch wir können Abstand und Hygiene garantieren.“ Er fürchtet das Ende seiner Zunft, viele Kollegen hätten sich bereits neue Jobs gesucht. Vor allem von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) ist er enttäuscht, die habe sich über Monate nicht gemeldet. Er hofft auf weniger Bürokratie: „Wenn wir ein Fest organisieren wollen, kommt mir das Genehmigungsverfahren vor, als würden wir ein Atomkraftwerk erbauen.“