HTW Berlin steht vor Komplettumzug nach Oberschöneweide
Die HTW soll den Standort in Karlshorst verlassen. In Oberschöneweide ist aber auch ein Innovationszentrum geplant. Die Lösung wird teuer. Aus dem Checkpoint. Von Lorenz Maroldt
Auch Berlins nähere Zukunft liegt am Wasser – und zwar in Oberschöneweide (formerly known as Oberschweineöde). Auf dem ehemaligen Industriegelände an der Spree entsteht rund um die Hochschule für Technik und Wirtschaft, die mit einem Campusteil bereits hergezogen ist, ein moderner Technologiestandort – so jedenfalls der Plan. Die Wirtschaftsverwaltung will hier ein Innovationszentrum ansiedeln (ITZ 0.4), aber auch die HTW braucht Platz für den Nachzug der noch in Karlshorst residierenden Hochschul-Reste.
Jetzt will der Senat eine Entscheidung herbeiführen – und beide Interessen verbinden. In einer Vorlage von Michael Müller für die Sitzung am kommenden Dienstag, in der alle zur Verfügung stehenden Grundstücksteile bewertet werden, heißt es: „Nach dem aktuellen Austausch der Ressorts erscheint es aber möglich, eine Standortkonzentration in Oberschöneweide, ggfs. unter Belassung von geeigneten Organisationseinheiten der HTW am Standort Treskowallee auch neben den Bedarfen der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe umzusetzen.“ In einer Machbarkeitsstudie soll jetzt geklärt werden, ob ein umstrittenes Grundstück (Flurstück 177) gemeinsam „für Zwecke der HTW und des ITZ 0.4“ genutzt werden kann – und ob es möglich ist, am alten HTW-Standort, den der Bezirk Lichtenberg als Schule nutzen will, einen gemeinsamen „Bildungscampus“ mit der Hochschule einzurichten.
Drei Varianten waren zuletzt in der Diskussion - die hier beschriebene (V1) ist zudem die günstigste (wenn auch immer noch teurer als die bisher geschätzten 200 bis 250 Mio Euro). Für VII und VIII wird dagegen mit Investitionskosten von 340 Mio Euro gerechnet.