Revolutionäre Ideen für Berlin
In vielen Zuschriften wird wild geträumt, ob es etwa um Cannabis, Miete oder Verkehr geht. Ein früherer deutscher Kaiser kommentiert. Von Lorenz Maroldt.
Kommen wir zu Ihren revolutionären Ideen für Berlin (die Gewinner sind benachrichtigt) – vorgeschlagen wurde u.a.:
+ „Die Einrichtung einer 24-Stunden-Praxis, in der jeder gegen Zahlung von 5 Euro eine 1 Jahr gültige Bescheinigung erhalten kann, dass er oder sie Cannabis zur Entspannung benötigt, sowie eine 24-Stunden-Stelle, in der gegen Vorlage der Bescheinigung Cannabis legal verkauft wird. Das sollte die Situation in den Drogenparks dann doch stark verbessern.“ (Merlin Pitz).
+ „Gebt die Dächer frei! Ideal in Berlin, da einheitliche Traufhöhe in vielen Straßen: Baut Gehwege / Begegnungsstätten etc. auf den Dächern von Haus zu Haus! Gern auch mit Brücken über die Straßen in luftiger Höhe.“ (Silvia Jargon)
+ „Wie wäre es mit einem Zeitkaufhaus, wo private Spenden gegen ehrenamtlich geleistete Zeit eingetauscht werden können?“ (Martin Bayer).
+ „Müllabgabe-Stationen einrichten – wer 1kg Müll in Parks gesammelt hat, bekommt einen Euro. Die Parks werden sauber, und die lästige Bettelei in den U-Bahnen nimmt ab!“
+ „Wer in eine kleinere Wohnung zieht, muss keine höhere Miete zahlen, damit Familien wieder Wohnungen finden.“ (Marina).
+ „Wie wäre es, wenn wir „Müllbewusstsein“ schon ab der ersten Klasse verbindlich als Schulstoff hätten? Für die besten Aktionen und Ideen verleiht Berlin jährlich einen Preis.“
+ „Kronkorken werden von den Brauereien zurückgenommen, zu mindestens 2 Cent – das schont die Grünflächen.“
+ Und neben der Dezentralisierung des Tierheims, einem Bürgeramt für ganz Berlin, der Wiederbelebung des Lunaparks am Halensee, sich exponentiell vermehrenden freundlichen Mitmenschen sowie der Verlegung der Hauptstadt und des Regierungssitzes von Berlin in die geographische Mitte Deutschlands zur Entspannung des Wohnungsmarkts gab es ganz viele Ideen zur Reduzierung des mobilisierten Individualverkehrs, oder, wie schon der einstige Schlossbewohner und heutige Checkpoint-Gastautor Kaiser Wilhelm ahnte: „Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Und der muss es ja wissen, denn: „Die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen, kommt bei Kaisern öfter vor“ (ebenfalls Kaiser Wilhelm). Also spannen wir lieber schon mal die Pferde vor der Kutsche an.