Der Checkpoint kürt Berlinerinnen und Berliner der Woche

Jeden Samstag küren wir drei Berlinerinnen und Berliner der Woche – und vergeben einmal Blech für die weniger glänzenden Leistungen. Hier sind die Erstplatzierten. Von Ann-Kathrin Hipp

Der Checkpoint kürt Berlinerinnen und Berliner der Woche
Jens Großpietsch als Schulleiter der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule Neues Ufer 6. (Archivbild)

Bronze verleiht Team Checkpoint – noch immer Kopf schüttelnd – an Mitte-Bürgermeister Stephan von Dassel. Aller Widrigkeiten & ungelösten Probleme zum Trotz ist es dem Grünen-Politiker in dieser Woche gelungen, das Internet mit einem selbstgeführten Foto-Interview zumindest ein bisschen zu erheitern (Verkleidung als weibliches Känguru samt Kängurubaby inklusive). Über Sinn und Unsinn dieser Aktion lässt sich sicherlich streiten und der James-Simon-Park hätte sich über einen ähnlich kreativen Einsatz definitiv gefreut. Dennoch halten wir fest: Politik darf auch mal Spaß machen. Und das Leben lebt sich leichter, wenn man über sich selbst lachen kann.

Weiter geht's mit Silber: Das geht in dieser Woche an die U-Bahn-Fahrerin mit den „schönsten pinken High Heels“, die Twitteruserin @DontDegradeDebs am Freitag „freudestrahlend“ die Rampe angelegt hat – obwohl die Bahn bereits kurz davor war loszufahren. Die logische Begründung: „Sie ham doch n Recht letzt Minute aufzuspringen, wie alle anderen auch. Berliner Regeln müssen schon für alle gelten!“ Recht hat sie.

Kommen wir zu *TROMMELWIRBEL* Gold und – weil man das bekanntlich manchmal aus anderem macht – zu einem Bereich, der in Berlin wenig glänzt: Berlins Schulen. Seit Jahren wird beschönigend erzählt, wo überall gewerkelt und gebastelt wird. Wie’s im Alltag allerdings wirklich aussieht, bringt Lehrer Jens Großpietsch, seit 1975 im Berliner Schuldienst, auf den Punkt: Es gebe „keine Vision, keinen großen Plan“. Löcher würden „immer nur gestopft“. Und Sandra Scheeres, sagt er, sei die „schlechteste Bildungssenatorin“, die er erlebt habe. So viel Ehrlichkeit (verbunden mit Durchhaltevermögen & konstruktiven Ideen) macht für uns: Gold! Denn: Nur wer Probleme benennt, kann sie auch beheben. Das ganze Interview, geführt von Kollegin Margarethe Gallersdörfer, lesen Sie hier mit T+.