Wenn das Abi zur Hygieneprüfung wird

Das Berliner A 1,5 Meter B 1,5 Meter I ist laut Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) sicher. Am Montag sollen die Abi-Prüfungen beginnen, da war man sich im Senat verhältnismäßig schnell einig. Ausgerechnet mit Latein geht's los. Herrje. Nicht nur der Landesschülerausschuss kritisiert scharf, dass die Klausuren stattfinden (CP von Gestern). Dem Checkpoint liegt die Mail eines Vaters vor, der Scheeres und Regiermeister Müller eine "förmliche Dienstaufsichtbeschwerde" androht. Der Grund: Der Senat delegiere die Verantwortung für Gesundheitsgefahren an Schulen und Eltern. Erziehungsberechtige sollen "Besondere Regelungen zur Vermeidung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus bei der Durchführung der schriftlichen und mündlichen Prüfungen“ unterschreiben. Darin sind Gründe angegeben, wann Kinder nicht zu den Prüfungen erscheinen dürfen: unter anderem bei Kontakt zu Rückkehrern oder Infizierten und Erkältungssymptomen. Gib es "im Kontaktbereich" einen Covid-19-Fall muss das Kind zu Hause bleiben. Weder sei dieser Bereich definiert, noch könne man ausschließen, dass es Kontakte zu Infizierten gegeben habe, schreibt der Vater. Gesundheitsfährdungen würden durch diese Erklärung "auf die Schüler abgewälzt" - sie müssen ebenfalls unterschreiben. Weiter: "Wenn Sie die Abiturprüfungen meinen durchführen zu müssen, dann tragen Sie allein das Risiko von Infektionen Dritter, die dadurch verursacht werden." Abi 2020: Hygiene- statt Reifeprüfung.