Weil eine Statistik fehlt: Berliner Senat und Schulämter können nichts zum Trickserei-Vorwurf bei Schulplatzvergaben sagen

Im Sommer monierten die Grünen, die Ergebnisse bei einigen gelosten Schulplätzen seien unrealistisch. Wo und wie viele Eltern sich aber beschwerten, weiß die Verwaltung nicht. Von Daniel Böldt und Lotte Buschenhagen.

Weil eine Statistik fehlt: Berliner Senat und Schulämter können nichts zum Trickserei-Vorwurf bei Schulplatzvergaben sagen
Foto: Christian Marquardt für den Tagesspiegel

Apropos keine Ahnung: Sie erinnern sich an das Skandälchen vom Sommer, bei dem die Grünen Tricksereien beim Losverfahren für Schulplätze vermuteten? Damals klagte ein Anwalt gegen die Entscheidung einer Schule, dass die Losresultate nur „mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Milliarde“ zustande gekommen sein konnten – es seien überproportional viele Kinder mit guten Notendurchschnitten ausgelost worden. Grünen-Abgeordnete Marianne Burkert-Eulitz hat den Senat jetzt nochmal befragt (DS 19/17 441): An welchen Schulen wurden denn nun die Auslosungen beanstandet und wie viele Klagen gab es dieses Schuljahr? Überraschung: Eine Statistik werde durch Senat und Schulämter „nicht erstellt und liegt somit nicht vor“, schreibt die Schulverwaltung. Eine Abfrage bei den Bezirken sei „in der Kürze der Zeit nicht möglich“. Immerhin: Die gemeinsame AG Schulorganisation will die mutmaßlichen Lotterien nochmal auswerten.