Zu kurze Ampelphasen für Fußgänger

Selbst wer gut zu Fuß ist, kennt das Problem: Ampelphasen sind oft zu kurz, um große Straßen bei Grün zu queren. Eine noch unveröffentlichte Antwort von Staatssekretärin Meike Niedbal (zuständig für Mobilität) auf eine schriftliche Anfrage der CDU-Abgeordneten Cornelia Seibeld zeigt jetzt: Der Senat weiß das, ändert aber kaum was daran (DS 19/12023). Bereits die Wortwahl ist irritierend offen: Von „Räumgeschwindigkeit“ ist da die Rede – wer zu Fuß ist (ob gut oder schlecht), soll schnell wieder Platz machen. Zugebilligt wird denjenigen, die an der Startlinie sofort loslaufen, wenn die Ampel auf Grün schaltet, maximal 1 Meter pro Sekunde (in der Regel 1,2 m/s) bis zum rettenden Bordstein auf der anderen Seite. Für doppelspurige Straßen mit „baulicher Abtrennung“ bedeutet das: Wer sich ans berechnete Tempo hält, sieht „bei der Hälfte der zweiten Furt“ schon wieder Rot – und selbst das nur dann, wenn die Ampel seit 2016 neu programmiert wurde (bei einer Stichprobe von 26 Straßenübergängen in Steglitz-Zehlendorf trifft das nur auf 2 zu).