Immer noch kein Bebauungsplan für das Freibad Pankow
Im Norden Berlins soll ein Bad für Ganzjahresschwimmer entstehen, das gleichzeitig modern und sich seiner Geschichte bewusst ist. Woran ist es bislang gescheitert? Von Robert Ide
Echte Schwitzbolde kühlen sich im Freibad ab – wenn sie vorher eines der raren, digitalen Zeitfenster geöffnet bekommen. Tickets für diese Woche gibt es noch in den Bädern am Wannsee, in Gropiusstadt, Mariendorf, Wedding, im Kinderbad Marzahn und am Insulaner (Bestellung hier) – in Spandau Süd sind sogar wieder Tageskassen geöffnet. Für die übernächste Woche kann ich einen Besuch in Pankow empfehlen, in dem zwar die Sonnentribünen aus DDR-FKK-Zeiten mit Büschen überwuchern (Foto von vorgestern hier), einstige Wandelbrücken abgebrochen und alte Liegewiesen abgesperrt sind (Foto von damals hier). Auf kleiner Wasserfläche schwimmt es sich dennoch angenehm in limitierten Corona-Zeiten, und die knusprigen Pommes hat’s im Osten nicht gegeben (dafür endlose Schlangen am Bier- und Brausestand).
Irgendwann soll hier mal ein modernes Kombibad mit neuer Schwimmhalle entstehen, auch „bestehende Überbleibsel aus dem ehemaligen DDR-Freibad wollen wir wiederherstellen“, wie Bädersprecher Matthias Oloew am Checkpoint-Telefon verrät. Doch irgendwie braucht es dafür einen Bebauungsplan des Bezirks, der auf dem Gelände auch eine Schule errichten will, aber das Baurecht noch nicht aufgestellt bekommen hat (wozu das Stadtentwicklungsamt am Montag auf Nachfrage keine Aussage treffen konnte). Ein Verkehrskonzept gibt es ebenfalls noch nicht – eine laut Oloew „nicht ganz unanspruchsvolle Aufgabe, die das Bezirksamt erstmal klären muss“. Das immerhin gilt für Berlins gesamten Nordosten, wo sich die Menschen jeden Morgen aufs Neue aus ihren Häusern stauen. Und einen kühlen Kopf brauchen, um in die aufgeheizte Innenstadt zu gelangen. Und wieder zurück.