Schwere Niederlage für die SPD

Aber für die SPD ist das in jeder Hinsicht ein B-Sieg:

Bitter für Parteichef Raed Saleh, der seinen Spandauer Heimatwahlkreis an den wenig bekannten CDU-Kandidaten Ersin Nas verliert. Seine persönlichen Verluste im Vergleich zur Wahl von 2021 sind mit minus 6,3 Prozentpunkten höher als die seiner Partei (minus 4,5).

Bitter für Franziska Giffey, die ihren Neuköllner Heimatwahlkreis an den wenig bekannten CDU-Bezirksverordneten Olaf Schenk verliert. Ihre persönlichen Verluste im Vergleich zur Wahl von 2021 sind mit minus 11,3 ebenfalls höher als die ihrer Partei (minus 9). Ausgerechnet im Direktwahlkampf gegen die SPD-Co-Chefin und Regierende Bürgermeisterin legt die CDU mehr als 17% zu (Erststimmen plus 17,5%, Zweitstimmen plus 17,2%).

Brutal für die Partei, die in Berlin fast alles verliert. Die Christdemokraten haben 149.122 Stimmen mehr als die SPD. In keinem der 12 Bezirke liegt die SPD vorne. Von 78 Wahlkreisen in der Stadt konnten die Sozialdemokraten gerade mal 4 gewinnen (AfD 2, Linke 4, Grüne 20, CDU 48). Nie zuvor bei einer Wahl in Berlin seit 1945 schnitt die Partei schlechter ab. Franziska Giffey erklärt das so: „Wir haben nicht genug Zeit gehabt, um Dinge zu ändern.“ Die SPD sitzt seit 1989 ununterbrochen im Senat, seit 2001 führt sie ihn an. Ein weiterer Führungsanspruch lässt sich daraus wohl kaum ableiten.