Besondere Angelegenheiten

Auch im Senat werden heute weder Notbremsen noch andere Foulspiele erwartet: Zwar wird wie jeden Dienstag getagt, doch die heftig kritisierte Verordnung tritt am Mittwoch in Kraft und soll erst nach Ostern bewertet werden. Immerhin wird gleich zu Beginn Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci über „Maßnahmen gegen das Corona-Virus“ berichten, immerhin geführt unter der Überschrift „Angelegenheiten von besonderer Bedeutung“.

Von besonderer Bedeutung für die meisten Menschen ist derzeit ja die Frage: Wann bekomme ich endlich einen Impftermin? Weil das Warten in Berlin nach wie vor keine Listen hat, ist der allerdings für viele ein ebenso vages Sommerziel wie der Campingurlaub in Schleswig-Holstein. Für ein flexibleres Vorgehen mit Last-Minute-Buchung (Impfen, nicht Reisen), wie es in anderen Städten längst praktiziert wird, sprach sich gestern Wissenschaftsstaatsekretär Steffen Krach (SPD) aus: Wenn Impfberechtigte nicht zum Termin erscheinen, sollten die ungenutzten Dosen unbürokratisch an andere verimpft werden.

Na bitte, fragen wir doch mal bei seiner Parteifreundin Dilek Kalayci nach (die das zuletzt vehement ablehnte), Antwort: „Aufgrund des sehr hohen Antwortaufkommens bitten wir eine verzögerte Antwort zu entschuldigen.“ Aufgrund des sehr hohen Warteaufkommens bitten wir diese Verzögerung zu vermeiden. Herzlichen Dank.

Meanwhile impft New York in dieser Woche mal eben die 30-Jährigen durch, nächste Woche sind die 16-Jährigen dran. In Brandenburg hingegen will man das Warten lieber noch ein bisschen verlängern (steigert bekanntlich die Vorfreude, herzliche Grüße: der Weihnachtsmann): Über die Feiertage werden die Impfzentren geschlossen. Grund dafür ist aber nicht die wohlverdiente Osterruhe fürs leicht gestresse Virus, sondern: fehlender Impfstoff. Die zugeteilten Dosen könnten verimpft werden, ohne dass die Impfzentren Ostern öffnen. Keine Pointe.