Fahrrad-Aktivisten wollen Sofortmaßnahmen für mehr Verkehrssicherheit

Der Senat soll die „Vision Zero“ aktiv vorantreiben. Das fordern ADFC und Changing Cities. Sie schlagen vier Maßnahmen vor. Von Lorenz Maroldt

Fahrrad-Aktivisten wollen Sofortmaßnahmen für mehr Verkehrssicherheit
Foto: Imago Images/Klaus Martin Höfer

Selten war ein Umfrage-Ergebnis im Checkpoint bei hoher Beteiligung so klar - 86 % derjenigen, die daran teilnahmen, erklärten: „Von der Verkehrspolitik des Senats sind wir ziemlich enttäuscht“. Darunter dürften Fußgängerinnen, Autofahrer und Radfahrerinnen gleichermaßen gewesen sein. Nach dem schrecklichen Wochenende mit vielen schweren Unfällen, bei denen vier Menschen in Berlins Verkehr getötet wurden, fordern jetzt die Organisation Changing Cities und der ADFC: „Das Töten auf den Straßen muss enden.“ Sie schlagen ein Sofortprogramm für mehr Verkehrssicherheit vor. Ihr Konzept enthält vier Punkte:

1) Der Regierende Bürgermeister soll eine Task Force „Verkehrssicherheit“ einsetzen, die gefährliche Kreuzungen umbaut. 

2) Kreuzungen, die mitursächlich für einen Unfall, dürfen nicht wieder „in Betrieb“ gehen, bis sie umgebaut wurden. Das heißt, entweder werden Abbiegespuren oder ähnliches gesperrt oder im Extremfall die ganze Kreuzung.

3) Berlin soll an der Vision Zero (keine Verkehrstoten) mit größerem Ehrgeiz arbeiten, und dafür klar formulierte Ziele festschreiben. Der Senat soll beschreiben, welche Maßnahmen wo umgesetzt werden müssen, damit die Zahl der Verkehrstoten sinkt.

4) Die Staatsanwaltschaft soll nach Unfällen mit Getöteten oder Schwerverletzten ermitteln, ob die Fahrer fahrtüchtig waren oder ob ein Fehlverhalten vorlag.