Stadtrat schweigt zu Hinweis auf Zweckentfremdungen
Behördenping ohne Pong: Tobias F. versucht seit Ende 2019, Mittes Baustadtrat Gothe zu erreichen, um ihn auf lange leerstehende Gebäude aufmerksam zu machen. Ohne Erfolg. Von Felix Hackenbruch
Seit einem Jahr sucht Checkpoint-Leser Tobias F. eine größere Wohnung. Bei sich rund um den Torstraßen-Kiez entdeckte er dabei ganze Blöcke, die teils seit Jahren leer stehen. „Ziemlich sicher aus Spekulation“, sagt er. Dabei dürfen laut Zweckentfremdungsverbot Wohnungen nur drei Monate freistehen. Also schrieb F. am 9. Dezember eine Mail an Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) und wies sie auf zwei Gebäude in der Friedrichstraße hin. Eine Mitarbeiterin antworte am 10. Dezember und verwies auf den Bezirk. Also schrieb F. an Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) „ich freue mich auf Ihre Antwort“ und wartete. Und wartete. Im Folgenden dokumentieren wir den Schrift“wechsel“:
5. Januar, F.: „Sehr geehrter Herr Gothe, sehr gerne würde ich mehr über meine Anfrage vom 10. Dezember 2019 erfahren. Wann kann ich mit einer Antwort rechnen.“
Gothe:
27. Februar, F.: „Sehr geehrter Herr Gothe, immer noch erfahre ich gerne mehr über meine Anfrage vom 10. Dezember. (…) Was hat das Bezirksamt bisher unternommen?“
Gothe:
6. April, F.: „Sehr geehrter Herr Gothe, dies ist bereits meine 4. E-Mail an Sie. Wann kann ich mit einer Antwort auf mein Anliegen rechnen?“
Gothe:
24. Juni, F.: „Lieber Herr Gothe, leider habe ich noch keine Rückmeldung erhalten. (…) Sehen Sie unten ein paar weitere Beispiele von seit Jahren leerstehenden Gebäuden in der Torstraße. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.“
Gothe:
Bis Sonntagabend hatte der Baustadtrat noch immer nicht geantwortet. Behördenping ohne Pong.