So beantwortet die Senatskanzlei Anfragen zur Coronakrise
Als die Krise eskaliert, haben die Bürger viele Fragen. Der Senat betreibt einen hohen Aufwand. Manche Nutzer sind dennoch frustriert. Aus dem Checkpoint. Von Lorenz Maroldt
Es gibt Fragen, auf die hat selbst die Senatskanzlei (!) keine richtige Antwort – wie die nach der Einstufungslogik „systemrelevanter Berufe“ (zu denen auch der Journalismus gehört). Widerspruchsfrei ist die Corona-Krise eben leider nicht zu (bürger)meistern. Eine Checkpoint-Leserin (laut Verordnung nicht systemrelevant), die an der mangelnden Kita-Versorgung verzweifelte, wiederholte ihre Fragen dazu auf der Facebook-Seite des Regierenden („wann sind unsere Kinder relevant genug, um für eine Betreuung eingestuft zu werden?“) so oft, bis sie gesperrt wurde (Begründung: Spam). Klar, dass sie das auch nicht wirklich überzeugte.
Senatssprecherin Kathi Seefeld hat sich für uns die Mühe gemacht, die gesamte Kommunikation zwischen der Leserin und dem Roten Rathaus bis zur Sperrung zu recherchieren. Die Antworten der Senatskanzlei waren freundlich („… uns ist bewusst, dass die derzeitige Situation für Kinder und Eltern eine Zumutung darstellt“), aber warum „einige Kinder wichtiger als andere sind“ (Frage der Checkpoint-Leserin), ließ sich so nicht klären. Die Systemrelevanz-Frage (berufsbezogen) werden wir noch versuchen zu lösen, interessant ist aber schon mal folgende Social-Media-Statistik aus der Senatskanzlei (Kanäle: Twitter, Facebook, Instagram und YouTube):
Kommentare während der Corona-Krise, die durch das Social-Media-Team gemanagt wurden (gerundet):
März: 20.000
April: 14.000
Mai: 9.000
Juni: 7.000
Persönliche Nachrichten auf Facebook, die zeitnah beantwortet wurden:
März: 1099
April: 689
Mai: 551
Juni: 371.
Außerdem teilt die Senatskanzlei mit: „Sperrungen sind in der Regel temporär und werden wieder zurückgenommen, sofern die Netiquette beachtet wird.“ Es kommentiert Epidemie-Experte Albert Camus („Die Pest“): „Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis.“