Jahrestag des Mordes an Hatun Aynur Sürücü: Berlin erinnert und baut Schutzangebote aus
Themenwechsel: Anfang der 2000er entschied Hatun Aynur Sürücü, selbstbestimmt zu leben. Sie verließ ihren Mann in Istanbul, zog in ihre Heimatstadt Berlin, legte das Kopftuch ab, machte eine Ausbildung zur Elektroinstallateurin und lebte mit ihrem fünfjährigen Sohn Can in Tempelhof. Bis ihr jüngster Bruder sie an einer Bushaltestelle mit drei Schüssen in den Kopf ermordete, um eine angebliche Familienehre zu verteidigen. Morgen jährt sich die Tat zum 21. Mal.
„Wenn wir ihres Todes gedenken, denken wir auch an die anderen Mädchen und Frauen, die getötet wurden oder Gewalt erfahren, weil sie Mädchen bzw. Frauen sind“, schreibt Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD). Um sie besser zu schützen, eröffne noch im Februar das neunte Frauen- und Kinderhaus mit 52 Plätzen, erstmals auch für Mütter mit mehreren Kindern. „Wir müssen weiterhin gemeinsam alles dafür tun, dass alle Frauen und Mädchen – unabhängig von Herkunft, Religion und sexueller Identität – sicher und selbstbestimmt leben können.“ Sollte selbstverständlich sein.