Steinmeier dankt Polizisten – Müller relativiert Gefahr für Reichstag

„Haben Sie richtig Schwein gehabt, dass diese drei heldenhaften Polizisten da waren?“, fragte Frank Plasberg gestern Abend den Regiermeister in der äußerst harmonischen Runde bei „Hart aber fair“. Michael Müller antwortete, es habe ja auch Sicherungen und Absperrungen gegeben, die allerdings niedergerissen wurden und dass nach zwei Minuten Verstärkung gekommen sei und dass der Schutz des Reichstagsgebäudes bei 3000 eingesetzten Polizisten doch anders geregelt sein müsste. Mit anderen, von Müller leider nicht gesagten Worten: In jenem Moment haben wir wohl Schwein gehabt. Zumindest Schwein im Unglück.

Der Bundespräsident nahm sich eine knappe Stunde Zeit fürs Gespräch mit sechs Beamten, die am Samstag das Reichstagsgebäude gegen den mit Reichsfahnen heranstürmenden Mob verteidigt haben, bis Kollegen einer Cottbuser Hundertschaft ihnen zu Hilfe eilten, ohne erst den Befehl der Berliner Einsatzleitung abzuwarten. Es war der bestmögliche Moment für diesen Dank des Staatsoberhauptes – stellvertretend an alle Polizisten, die an diesem Wochenende Dienst taten. Die drei Staatsdiener, die an vorderster Front die Menge stoppten, sind Karsten Bonack, Timo Bester und Enes Ergin.