Trügerische Putzprotokolle der BSR: Im Zweifel greifen Bürger selbst zum Besen
Erst die Laubberge, nun die Splitthäufchen, Müll sowieso zu jeder Jahreszeit: Tagesspiegel-Wirtschaftsredakteur Thomas Loy wunderte sich, dass Putzteams selten bis nie in seiner Straße zu sehen sind – obwohl die BSR mantraartig behauptet, einmal wöchentlich zu reinigen. In einer wochenlangen Recherche stieß er auf handgeschriebene Berichte, die niemand auswertet, eine überraschte BSR-Sprecherin und eine eigenwillige Auslegung des Verbs „reinigen“. Sein Fazit: Die Putzprotokolle der BSR sind trügerisch.
Besser gleich selbst machen, dachte sich wohl auch die Pankowerin Andrea Vollkommer. Gemeinsam mit Nachbarn sammelte sie am Wochenende Unrat – und hat seither mehr Verständnis für BSR und Grünflächenämter. „Erst wenn man mit Greifer und Müllsack unterwegs ist, merkt man, wie kleinteilig und aufwendig diese Arbeit ist“, schreibt sie dem Checkpoint.
Solche privaten Müll-Initiativen gibt es in Berlin schon lange – und es werden von Jahr zu Jahr mehr. „Auch wenn wir den Müll meist nicht selbst hingeworfen haben“, schreibt Vollkommer. „Am Ende geht es darum, dass wir uns in dieser Stadt wieder wohlfühlen.“