Die Corona-Nachrichten vom Tag

Die wichtigsten Corona-Nachrichten heute am frühen Morgen:

1) Sensationelle Idee: Um die Sperrstunde in der Gastronomie kontrollieren zu können, soll das Ordnungsamt jetzt berlinweit seine eigene Sperrstunde brechen (Forderung von Neuköllns Bbm Martin Hikel per Brief an den Innensenator) – bisher ist auf der Straße für die öffentlich Bediensteten um 23 Uhr Schluss.

2) 15 Impfstellen an Kliniken soll es in Berlin geben – das erfuhr Tagesspiegel-Reporter Hannes Heine aus dem Krisenstab. Praxen und Ämter bleiben demnach aus praktischen und rechtlichen Gründen außen vor. Um einen unkontrollierbaren „Run“ zu vermeiden, wenn der Impfstoff verfügbar ist (möglicherweise im Frühjahr 2021), soll zuvor eine Reihenfolge der Patienten festgelegt werden. Sollte diese per Eignungstest festgelegt werden, hätten wir unter Punkt 3) schon mal eine passende Aufgabe

3) Welche Behörde (inkl. Bezirksämter) hat prozentual die höchste Zahl unbesetzter Stellen? Ok, das war leicht: natürlich das Landesamt für Gesundheitsschutz (20,3 Prozent). In absoluten Zahlen liegt bei den offenen Stellen über alle Verwaltungen hinweg in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf vorn (392), in Landesverantwortung die Feuerwehr (522). Es kommentiert Franziska Giffey (siehe oben): „Da sagt niemand: Wow, cool hier zu arbeiten.“

4) Und hier ein wichtiger Hinweis für alle Klopapier-Hamsterkäufer (erste Engpässe werden aus Marzahn und Schöneberg gemeldet): Sie können sich mit ca. hundert Meter Zellstoff zwar mumifizieren, wirkungsvolle Masken basteln können Sie damit aber nicht (und falls das Zeug wirklich mal knapp wird, dann ist wahrscheinlich unser geringstes Problem, dass das Klopapier knapp wird).

5) Die Weihnachtsmarktbetreiber haben eine Studie in Auftrag gegeben, der zufolge sich Weihnachtsmärkte „durch ihre ruhige und besinnliche Atmosphäre“ auszeichnen (also nach Auffassung der Weihnachtsmarktbetreiber trotz Corona geöffnet werden können). Immerhin wissen wir jetzt, dass die Studienlieferanten noch nie auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Roten Rathaus waren (oder sie bereits im Herbst in Glühwein baden).

6) Die krasse Besuchsregelung für Krankenhauskinder (nur 1h pro Tag) geht angeblich auf einen „bedauerlichen Übertragungsfehler“ zurück: Nach einem Checkpoint-Bericht (16.10.) über die Einschränkung kündigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci in einem Schreiben an die Kliniken an, dass die am Sonnabend in Kraft getretene Verordnung in diesem Punkt geändert wird (Lockerungen für Patientinnen und Patienten unter 16 Jahren). Längere Besuche sind demnach ab sofort wieder sanktionsfrei möglich.

7) Wegen des großen Erfolgs mit dem BVG-Streik (Berlin rückte sich in den wenigen fahrenden Bahnen abstandslos auf die Pelle) weitet die Gewerkschaft das Experiment auf die landeseigenen Krankenhäuser Charité und Vivantes aus. Verdis Motto in der Virenzeit (kein Witz): „Jetzt seid ihr dran“. 

8) Berlins Neuinfektionszahl pro 100.000 Einwohner erreicht die 90 (Grenzwert für verschärfte Maßnahmen: 50), obwohl am Wochenende einige Bezirke gar keine Angaben machten. Deutschlandweit liegt Berlin als Landkreis damit auf Platz 24 – u.a. hinter etlichen Orten südlich der Weißwurstgrenze.

Anmerkung der Redaktion: In der Newsletterfassung dieser Meldung war ein Zahldreher. Mit einem Corona-Impstoff ist wahrscheinlich nicht vor dem Frühjahr 2021 zu rechnen.