Schulleitungen beschweren sich über SPD-Stadtrat
In Tempelhof-Schöneberg ist das Schulamt so am Ende wie nirgendwo sonst – das zeigt ein Brandbrief von den Leitungen der nachgefragtesten Schulen Berlins. Von Lorenz Maroldt
Langzeit-Stadtrat Oliver Schworck (SPD, Tempelhof-Schöneberg, seit 2006) ist offenbar nicht nur mit seinem großen Amt überfordert (Jugend, Umwelt, Gesundheit, Schule und Sport), sondern auch mit der Beantwortung einfachster Fragen – wie sich die katastrophale Personalflucht in den Abteilungen Schule und Jugend seit dem Frühjahr entwickelt hat, konnte er uns z.B. nicht beantworten (oder wollte es nicht). Und auch sämtliche Leitungen der Gymnasien und Sekundarschulen mit gymnasialer Oberstufe des Bezirks dringen bisher nicht durch: Sie beschwerten sich jetzt in einem Brief an Bürgermeisterin Angelika Schöttler über die Zustände beim Stadtrat (der im Amt als „selbstherrlich“ und „cholerisch“ beschrieben wird) – Telefone klingeln ins Leere, Mails bleiben unbeachtet, Anträge werden nicht beschieden, die Schulen beklagen „Handlungsunfähigkeit“.
Dank einer aktuellen Anfrage der Grünen Martina Zander-Rade (die den Schulausschuss der BVV leitet) wird das Ausmaß des berlinweiten Desasters jetzt deutlich: 19 Leitungspositionen sind seit einem Jahr unbesetzt (die Leitung Schulamt seit einem Jahr), in den neun Bezirksregionen des Jugendamts ist die Quote der „vorhandenen Stellen/anwesenden Personen“ auf 66% gefallen.
Übrigens: Wegen des großen Erfolgs tritt Schworck wieder an – für eine Verlängerung seiner Amtszeit, mit Unterstützung der SPD.